Ernährung in der Schwangerschaft
Nahrungsergänzungsmittel
Wir erklären dir, welche Nährstoffe dein Körper in der Schwangerschaft braucht und wann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein kann.
Kleines 1x1 des Essens für Mama und Baby
In der Schwangerschaft ist der Blick auf die Ernährung besonders wichtig, denn in dieser Zeit versorgst du nicht nur deinen eigenen Körper, sondern auch dein Baby. Hebamme Evi erklärt dir hier, wie sich der Mehrbedarf an Nährstoffen in der Schwangerschaft gestaltet und wie eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft aussieht.
Täglich sollte eine gute Menge frisches Gemüse, Salat und Obst auf deinem Speiseplan stehen. Bis zu fünf Portionen am Tag kannst du dafür anpeilen. Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Linsen fallen ebenfalls in diesen Bereich. Obst und Gemüse solltest du vor dem Verzehr immer gut waschen. Grundsätzlich gilt: Gerne bunt und abwechslungsreich essen und deine Lebensmittel immer wieder variieren.
Die fünf Portionen deiner täglichen Ernährung sollten möglichst auch Kartoffeln, Nudeln oder allgemein Getreide enthalten. Verwende wann immer möglich Vollkornprodukte und probiere auch bei den unterschiedlichen Getreidesorten etwas Neues aus. Quinoa oder Couscous, Vollkornreis und Hirse bieten leckere Alternativen zu den klassischen Nudeln und bringen Vielfalt auf den Teller.
Evis Hebammen-Tipp:
Vollkornprodukte bieten deinem Körper deutlich mehr Nährstoffe und haben gleichzeitig auch mehr Ballaststoffe als Produkte aus hellem Weißmehl. Dein Körper kann diese Lebensmittel besser nutzen und gleichzeitig wirken sich die Ballaststoffe positiv auf die Verdauung aus.
Drei bis fünf Portionen am Tag sollten beim Essen in der Schwangerschaft aus diesem Bereich kommen. Du hast Lebensmittelunverträglichkeiten oder ernährst dich vegetarisch/vegan? Dann lass dich am besten von Hebammen oder Frauenärzt*innen zu deiner Ernährung beraten. Wichtig ist, dass du im Verlauf von einer Woche alle notwendigen Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate für deinen Körper über die Ernährung aufnimmst. Wie du das gestaltest, ist relativ flexibel und von deinem persönlichen Geschmack und deinen Vorlieben abhängig. Mach dir keine Sorgen. Viele Wege führen zum Ziel und du wirst mit Sicherheit den richtigen für dich finden. Höre auf dein Gefühl, beschäftige dich mit dem Thema Ernährung für Schwangere und hole dir Tipps von Expert*innen.
Vielleicht erlebst du in der Schwangerschaft eine völlig neue Form von Heißhunger – vielen Frauen geht es so! Oft kommt dazu das Bedürfnis, möglichst schnell etwas zu essen. Du solltest versuchen, in diesen Momenten nicht (nur) zu Schokolade & Co. zu greifen. Zwar sind Süßigkeiten hin und wieder vollkommen in Ordnung, aber sie enthalten keine Nährstoffe, welche dein Körper aber gerade in der Schwangerschaft unbedingt braucht. Zudem bringen zuckerhaltige Snacks oder auch Getränke deinen Blutzucker schonmal durcheinander. Auch das sollte in der Schwangerschaft vermieden werden.
Evis Hebammen-Tipp:
Halte für Heißhunger-Momente in deiner Schwangerschaft gesunde Snacks wie Obst und Gemüse oder ein paar Nüsse bereit – auch wenn du unterwegs bist!
Die Anzahl der Mahlzeiten verändert sich im Laufe der Schwangerschaft bei vielen Frauen. Grundsätzlich ist es eine gute Idee, eher fünf anstatt drei Mahlzeiten zu dir zu nehmen. Dies hilft, deinen Blutzucker etwas stabiler zu halten und auch bei Übelkeit im ersten Trimester ist diese Variante für viele Frauen angenehmer. Spätestens im dritten Trimester drückt das stetig wachsende Kind gegen den Magen. Dadurch ist das Essen von großen Mahlzeiten oft nicht mehr möglich und werdende Mamas wechseln zwangsläufig auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Dies kann auch bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Sodbrennen hilfreich sein.
Während der gesamten Schwangerschaft benötigt dein Körper nicht nur mehr Kalorien an Tag, sondern auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Den Bedarf vollständig über die Ernährung zu decken, ist zwar überwiegend möglich, aber durchaus eine Herausforderung. Daher kann zusätzlich zu einer gesunden Ernährung die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit sinnvoll sein. Für die richtige Dosierung sprich dich am besten mit Frauenärzt*innen oder deiner Hebamme ab.
Evis Hebammen-Tipp:
Richtige Ernährung bedeutet auch, ausreichend zu trinken! Mindestens 1,5 Liter solltest du täglich zu dir nehmen. Am besten eignen sich hier Wasser, ungesüßte Tees und verdünnte Fruchtsäfte.
Gerade in der Entwicklungsphase der Frühschwangerschaft kann der Konsum von Alkohol das Kind schädigen. Während der gesamten Schwangerschaft solltest du auf Alkohol verzichten.
Auf den Verzehr von rohen und geräucherten Fleischprodukten solltest du in der Schwangerschaft verzichten, denn er kann zu einer Infektion mit Toxoplasmose führen. Dies kann Schäden beim ungeborenen Kind verursachen oder in einer Frühgeburt resultieren. In deiner Ernährung betrifft das zum Beispiel das nicht durchgebratene Steak, rohen Schinken, ein Mettbrötchen oder Leberwurst.
Gerade bei Sushi heißt es jetzt: auf die vegetarischen Varianten zurückgreifen. Davon gibt es zum Glück reichlich. Auf Fisch-Carpaccio oder rohe Meerestiere wie Austern, Kaviar, Garnelen oder Shrimps solltest du in der Schwangerschaft verzichten.
Für die Ernährung in der Schwangerschaft gilt: Keine rohen Eier oder Eierspeisen, denn diese können Salmonellen enthalten. Magen-Darm-Erkrankungen sind immer unangenehm, aber in der Schwangerschaft kann die Unruhe im Darm vorzeitige Wehen auslösen. In frisch zubereiteten Süßspeisen wie Tiramisu und Mousse au Chocolat werden teilweise rohe Eier verwendet. Darauf solltest du in der Schwangerschaft beim Essen verzichten. Bei industriellen Produkten wie zum Beispiel Mayonnaise oder Sauce Hollandaise werden alle Inhaltsstoffe ausreichend erhitzt, wodurch der Verzehr unbedenklich ist.
In Produkten aus Rohmilch oder mit Blauschimmel wie Camembert oder Gorgonzola können Listerien oder andere Krankheitserreger enthalten sein: Bei einer Infektion kann das Kind geschädigt werden, daher solltest du auf diese Produkte verzichten, wenn du schwanger bist. Milchprodukte im Kühlregal sind in der Regel pasteurisiert und unbedenklich. Rohmilchprodukte sind im Geschäft immer gekennzeichnet, im Restaurant solltest du gezielt nachfragen.
Koffeinhaltige Getränke bitte nur in Maßen zu dir nehmen. Etwa 200 bis 300 mg Koffein pro Tag gehen auch in der Schwangerschaft in Ordnung, das entspricht etwa zwei Tassen Filterkaffee. Auf koffeinhaltige Energy-Drinks solltest du aufgrund der hohen Menge an Koffein und Zucker verzichten. Schwarztee und grüner Tee haben ebenfalls eine aufputschende Wirkung auf den Körper und sollten nur in Maßen getrunken werden.
Natürlich solltest du dich in deiner Schwangerschaft überwiegend gesund ernähren. Dennoch haben wir alle mal Tage, an denen es vielleicht doch ein Fertiggericht auf die Schnelle ist oder man einfach Lust auf Süßigkeiten hat. Das ist völlig in Ordnung! Ernähre dich einfach zum größten Teil und an den meisten Tagen gesund. Wenn du dir dann hin und wieder mal etwas anderes zu Essen in deiner Schwangerschaft gönnst, genieß es auch so richtig. Du sollst dich wohlfühlen! Für manche Frauen ist die Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten in dieser Zeit eine ganz schöne Herausforderung. Da darf und sollte man auch hin und wieder etwas nachsichtig mit sich selbst sein. Nutze die Veränderung als Chance, neue Rezepte und Nahrungsmittel auszuprobieren. Gerade die vegetarische und vegane Küche bietet viele kreative Möglichkeiten, die du vielleicht noch nicht kanntest. Lebensmittel wie Couscous, Hirse, Quinoa und Polenta bieten nicht nur tolle Geschmackserlebnisse, sondern halten auch viele Nährstoffe für deinen Körper bereit.
Bitte beachte: Die Inhalte dieses Artikels sollen dir allgemeine Informationen und Hintergrundwissen vermitteln und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Anregungen und Tipps ersetzen keine fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in.
Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Baby sind ganz besondere Lebensabschnitte. „Fundiertes Wissen rund um Abläufe im eigenen Körper sowie die Entwicklung des Kindes ist essenziell für Frauen“, sagt Evi Bodman. Als Hebamme ist sie Expertin für diese spannenden Phasen und begleitet Familien mit Herz und Wissen. Sie vertritt die Meinung: „Verständnis für die Veränderungen im eigenen Körper ist wichtig, um die eigenen Bedürfnisse liebevoll anzunehmen.“ Ihre Ausbildung als Yogalehrerin hilft ihr bei diesem Ansatz. Ihr Wissen teilt Evi in zahlreichen Kursen und Workshops sowie in ihrem Podcast „JoyfulMama“.